„Ein großes Experiment“ – Aufnahme der Vertriebenen im deutschen Südwesten nach 1945

Vortragsveranstaltung im Freilichtmuseum in der Reihe "Migration und regionale Identität"

Pressemeldung der Firma Freilichtmuseum Beuren

Mit seinem Vortrag „Ein großes Experiment“ – Aufnahme der Vertriebenen im deutschen Südwesten nach 1945″ setzt Dr. Mathias Beer vom Tübinger Institut für donauschwäbische Ge-schichte und Landeskunde am Sonntag, den 15. September 2013, um 11 Uhr im Freilichtmuseum Beuren die Vortragsreihe „Migration und regionale Identität“ fort. Der Vortrag findet – mit Rücksicht auf das bisher sehr starke Interesse an der Vortrags-reihe – im großen Museumsgebäude „Schafstall aus Schlait-dorf“ statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist im Museumseintritt inbegriffen.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurden rund 1,7 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene in Baden-Württemberg aufgenom-men. Sie bilden die größte Zuwanderergruppe im deutschen Südwesten nach 1945. Nie zuvor und danach mussten in so kurzer Zeit so viele Menschen aufgenommen werden. Ein Ex-periment ohne Gleichen und mit ungewissem Ausgang nahm seinen Anfang.

Die Vortragsveranstaltung ist zugleich Auftakt für eine kulinari-sche Themenwoche. Die Gastronomie des Freilichtmuseums bietet unter dem Titel „Borschtsch, Böhmische Knödel, Mohn-strudel – was Vertriebene in ihre neue Heimat mitbrachten“ vom 15. bis 21. September Gerichte aus den ehemaligen Vertreibungsgebieten.

Ob im Bereich Politik, Wirtschaft, Kirchen, Brauchtum, Ernäh-rung, Eheschließung – wohin man auch blickt, die erzwungene Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen hat diese genauso wie das Land und seine Bewohner in einem von heftigen Auseinandersetzungen zwischen Alt- und Neubürgern begleiteten Prozess maßgeblich geprägt. Die Neubürger haben zudem mit ihrem Votum bei der Abstimmung zum Südweststaat auch bewirkt, dass das Land Baden-Württemberg entstanden ist.

Integration, das zeigt die hürdenreiche, aber letztendlich gelungene Eingliederung der Vertriebenen im deutschen Südwesten, ist kein Selbstlauf. Integration lässt sich nicht allein mit staatlichen Maßnahmen erreichen. Integration ist die von Konflikten begleitete alltägliche Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Konfession. Integration braucht Zeit, sie erstreckt sich über Generationen. Integration bedeutet Wandel, ohne die eigenen Wurzeln und Traditionen verleugnen zu müssen. Integration ist immer ein Experiment.

Der Referent der Vortragsveranstaltung, Dr. Mathias Beer, ist Geschäftsführer des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde und Lehrbeauftragter an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Der im Bereich der Migrationsforschung international ausgewiesene Zeithistoriker hat zahlreiche Publikationen vorgelegt, u. a. „Das Heimatbuch. Geschichte, Methodik, Wirkung“(2010), und mehrere Ausstellungen organisiert, darunter die Große Landesausstellung „Ihr und Wir. Die Integration der Heimatvertriebenen in Baden-Württemberg“ (2009). Zuletzt ist von ihm die viel beachtete erste zusammenfassende Darstellung von „Flucht und Vertreibung der Deutschen. Voraussetzungen, Verlauf, Folgen“ (2011) erschienen.

Das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren ist in der Saison 2013 bis 3. November dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Freilichtmuseum Beuren, Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur, In den Herbstwiesen, 72660 Beuren, E-Mail: info@freilichtmuseum-beuren.de, Infotelefon 07025 91190-90, Telefax 07025 91190-10, www.freilichtmuseum-beuren.de



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Sep10

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